Kooperation sichtbar machen: Einsatz sozialer Netzwerkkarten in der Schulentwicklung
Abstract
In Schulentwicklungsprozessen kooperieren zahlreiche Akteur:innen. Zum Beispiel entwickeln Lehrpersonen in ihren Teams neue Unterrichtsideen, Eltern werden über die Entwicklungsvorhaben informiert und Schulleitende koordinieren die Prozesse und stehen mit der Schulbehörde in Kontakt. Durch diese kooperativen Tätigkeiten werden soziale Beziehungen eingegangen, die sich gesamthaft als soziales Netzwerk beschreiben lassen. Die Struktur dieser sozialen Beziehungen respektive des sozialen Netzwerks wirken sich auf die Tätigkeiten der einzelnen Akteur:innen aus. Daher ist es für eine erfolgreiche Gestaltung von Entwicklungsprozessen unverzichtbar, die sozialen Strukturen zu reflektieren. Herausfordernd ist, dass soziale Netzwerke äußerst komplex sind und von einzelnen Akteur:innen in deren Gesamtheit fast nie überblickbar sind. Um dennoch die Komplexität fassbar zu machen und latente Strukturen aufzudecken, eignen sich sogenannte Netzwerkkarten, auf denen abgebildet ist, welche Akteur:innen mit wem in Beziehung stehen. Im Beitrag werden zwei Typen von Netzwerkkarten (persönliche Netzwerkkarte und Gesamtnetzwerkkarte) beschrieben und deren Einsatzmöglichkeiten eruiert. Zusätzlich werden Theorien aus der sozialen Netzwerkforschung präsentiert, die für die Beschreibung und Interpretation der Netzwerkkarten hilfreich sind. Netzwerkkarten bieten neben der Visualisierung komplexer Strukturen eine wunderbare Gelegenheit, eine evidenzbasierte Grundlage für Gespräche und Diskussionen bezüglich der kooperativen Gestaltungen von Entwicklungsprozessen zu schaffen.
Schlagwörter
soziales Netzwerk, Zusammenarbeit, Teamarbeit, Unterrichtsentwicklung, Soziogramm, soziale Beziehung
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