Skip to main navigation menu Skip to main content Skip to site footer

Call for Papers Heft 1/2027: Belonging und Wellbeing als Bezugspunkte für schulische Bildungsqualität

2026-06-24

Wohlbefinden (Wellbeing) und soziale Zugehörigkeit (Belonging) von Lernenden, Lehrenden und schulischen Leitungspersonen haben sich in der internationalen Bildungsforschung zu zentralen Dimensionen von Bildungsqualität entwickelt. Der OECD-Lernkompass 2030 (deutsche Übersetzung; Original: OECD, 2018) versteht Wellbeing als grundlegendes Ziel von Bildung auf individueller wie gesellschaftlicher Ebene. Belonging wird in der Bildungsforschung häufig als das subjektive Gefühl beschrieben, in einer sozialen Gemeinschaft anerkannt, akzeptiert und wertgeschätzt zu sein (vgl. Goodenow, 1993; Allen et al., 2021). Im schulischen Kontext umfasst dies insbesondere die Erfahrung, als Teil der Schulgemeinschaft wahrgenommen zu werden und sich emotional sowie sozial eingebunden zu fühlen. Die Förderung von Belonging gilt dabei als wichtige Voraussetzung für Partizipation, Motivation, psychosoziale Entwicklung und gelingende Bildungsprozesse. Das Zusammenspiel von Wellbeing und Belonging wird aktuell zunehmend als wechselseitiger Wirkmechanismus beschrieben, der für gelingende schulische Bildungsprozesse konstitutiv ist. Empirische Forschung zeigt, dass Lernende, die sich (in ihrer Schule) zugehörig fühlen, eine höhere Lernbereitschaft, geringere Abbruchrisiken, stärkere Resilienz und positivere emotionale Entwicklungen aufweisen (z.B. Fend & Sandmeier, 2004; Cohman et al., 2024). Wellbeing und Belonging werden dabei nicht nur durch Peer-Beziehungen, sondern in hohem Maße durch die Qualität pädagogischer Beziehungen, schulische Sicherheitskulturen und inklusive Lernumgebungen (insbesondere auch durch die Qualität der Partizipation) beeinflusst (vgl. Hascher, 2024). Auch das Wohlbefinden der Lehrpersonen wird zunehmend zu einem kritischen Faktor der Schulqualität. Hohe Anforderungen, komplexe Rollenprofile und zunehmende Belastungsindikatoren wie Stress, Emotional Labour oder Burnout-Risiken beeinflussen die pädagogische Professionalität und die Stabilität schulischer Entwicklungsprozesse. Forschungsliteratur zu Lehrer*innen - Gesundheit und professioneller Lehrkraftentwicklung zeigt, dass Wohlbefinden eng mit Arbeitsbedingungen, kollegialer Kooperation, professioneller Autonomie und wahrgenommenem organisationalem Support verbunden ist (Hascher & Waber, 2021). Entsprechendes gilt auch für Leitungspersonen an den Schulen. Schulleitungen prägen entsprechende «Schulkulturen» durch das Gestalten inklusiver Bildungssettings, Kommunikationsstrukturen, Partizipationsräume, Anerkennungspraktiken und Vertrauensbildung. Leadership-Ansätze, die soziale Eingebundenheit – auf individueller, kollegialer und organisationaler Ebene – gezielt stärken, gelten heute als Schlüssel für nachhaltige wohlbefindensorientierte Schulentwicklung (z. B. Klitzsch, 2024) .
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Wellbeing und Belonging im schulischen Kontext konzeptualisiert, empirisch erfasst und organisational gestaltet werden können.
Das Schwerpunktheft «Belonging und Wellbeing» des Journals für Schulentwicklung widmet sich zentralen Fragen sozialer Zugehörigkeit, emotionaler Sicherheit und individuellen Wohlbefindens im schulischen Kontext. Im Fokus von Belonging stehen dabei unter anderem Fragen danach, wie Schule als Ort sozialer Zugehörigkeit erlebt wird, welche Bedingungen das Gefühl des Dazugehörens von Schüler und Lehrpersonen fördern oder erschweren und wie inklusive sowie partizipative Schulkulturen gestaltet werden können. Im Zusammenhang mit Wellbeing richtet das Schwerpunktheft den Blick auf das psychische, soziale und organisationale Wohlbefinden in Schule. Thematisiert werden etwa die Bedeutung von Beziehungen und Anerkennung für schulisches Wohlbefinden, der Umgang mit Belastungen und psychosozialen Herausforderungen im Schulalltag sowie die Frage, wie Schulen Bedingungen schaffen können, die Lernen, Teilhabe und psychosoziale Entwicklung nachhaltig unterstützen. Erwünscht sind empirische Annäherungen an das Thema, Berichte aus der schulischen Praxis und aus der Bildungsverwaltung sowie theoretische bzw. konzeptionelle Beiträge. Die Beiträge können sich auf verschiedenen Ebenen mit dem Thema beschäftigen: mit dem Wohlbefinden von Lernenden, Lehrenden und Schulleitungen. Es kann um die Verortung und Relevanz des Thema s im Zusammenhang mit Führung, Schulentwicklung, Raumgestaltung und Innovation sowie mit Lernen und Leistung.

Wir laden alle Interessierten ein, bis zum 30. September 2026 einen Abstract über folgende Adresse einzureichen: https://www.journal-schulentwicklung.net/index.php/jsche/about/submissions
Die Deadline für die finalen Beiträge ist der 01. Januar 2027. Die Beiträge sind über das Portal des Journals für Schulentwicklung hochzuladen. Sämtliche Informationen zu den Formaten und dem Einreichprozess finden sich auf unserer Homepage: https://www.journal-schulentwicklung.net 
Das Journal für Schulentwicklung ist die Zeitschrift für alle Akteur innen und Akteure, die sich praktisch und theoretisch mit Schulentwicklung befassen.

Es wird herausgegeben von:

  • Julia Häbig, Pädagogische Hochschule Zürich
  • Livia Jesacher-Rößler, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
  • Esther Dominique Klein, Technische Universität Dortmund
  • David Kemethofer, Pädagogische Hochschule Oberösterreich
  • Claudia Schreiner, Universität Innsbruck
  • Klaudia Schulte, Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung Hamburg
  • Enikö Zala-Mezö, Pädagogische Hochschule Zürich

Kontakt: redaktion@journal-schulentwicklung.net